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Waldkirchen in Heiligendamm

Die Geschichte der kleinen Waldkirchen in Heiligendamm  bei Bad Doberan begann 1793. In diesem Jahr beschloss der Herzog Friedrich Franz im Verein mit dem Prof. Vogel aus Rostock in Zukunft jede Badesaison am Heiligen Damm zu eröffnen. Für alles war gesorgt, aber Wohnen und zur Kirche gehen musste man noch in Doberan.

Logierhäuser wurden erst später in Heiligendamm errichtet. Eine Stiftung zum Wohle bedürftiger Landeskinder, sie konnten eine kostenfreie Seebadekur genießen, wurde ebenfalls auf Betreiben des nun Großherzog Friedrich Franz I. eingerichtet. Leider musste das Seebad aus Kostengründen später verkauft werden. 1873 an Baron von Kahlden und 1911 an eine schweizerische GmbH, welche allerdings 1938 enteignet wurde, da sie eine jüdische Familie als Haupteigner hatte.

Der Weg zu den eigenen Kirchen war aber noch mit vielen Hindernissen gepflastert. Beide Bauwerke in Heiligendamm gehen auf die Initiative von Sommergästen zurück, die in konfessionell getrennten Vereinen die notwendigen Spendengelder aufbrachten.

Ein Kammerherr von Suckow wurde zum Initiator des Baues der katholischen Kapelle. Der Grund für sein Engagement war sein Übertritt zum Katholizismus um 1850. Beim Verkauf 1873 erwirkte er, dass eine Fläche im Wald freigehalten wurde und dann begann er für den Bau private Spendenmittel zu sammeln. Der erste Entwurf wurde verworfen, 1879 ließ von Suckow einen anderen, rein gotischen Bauplan anfertigen, durch den als „Gotiker“ renommierten Architekten G.L. Möckel.

Der Kammerherr von Suckow legte im Januar 1883 diesen Bauplan dem Großherzog vor und bat um Baugenehmigung. Da die erforderliche Bausumme von 23.000 Mark aber nicht zusammen- gekommen war, die gesammelten Spendenmittel beliefen sich auf 9.383 Mark, wurde dieser Bauantrag abgelehnt. Von Suckow engagierte sich weiterhin persönlich und im Sommer 1887 hatte er 18.000 Mark zusammen. Den Rest finanzierte er über einen Bankkredit. Nun erwirkte er von Schwerin die Baugenehmigung mit der Bedingung: „Vorausgesetzt wird, dass Sie die Kapelle nach dem von Baurath Möckel entworfenen Plan erbauen lassen“. Im Seebad wurde nach fünfzehnjährigen Bemühen im August 1888 die „Herz-Jesu-Kapelle“ am Heiligen-Damm in der Nähe des Severin Palais  geweiht.

Heute befindet sich die Katholische Herz-Jesu-Kapelle leider äußerlich und im Inneren noch im unsanierten Zustand. 2001 war sie durch Diebstahl ihres Kirchengestühls beraubt worden. Jetzt bemüht sich der "Verein zur Förderung der Waldkirchen" um die Sanierung und Erhaltung der kleinen Kirche.


Die evangelisch-lutherische Kapelle wurde 1904 feierlich eingeweiht. Allerdings war es bis dahin ebenfalls ein weiter Weg. Schon 1888 beschwerten sich die evangelisch-lutherischen Badegäste, das es für Sie keine Kirche in Heiligendamm gab. Zeitweise fuhr sogar alle 14 Tage auf Anordnung des Großherzogs ein 14 kostenloser Sonderzug mit den Kirchgängern nach Bad Doberan. 1893 stiftete der Großherzog Friedrich Franz III. 10.000 Mark für den Bau. 1902 dann stellte der Großherzog den Rest der Bausumme und einen Bauplatz am Waldrand zur Verfügung. Und auch hier steht als Architekt der Geheime Baurat G.L. Möckel für den Bauplan.

Die Kapelle besteht aus einem dreijochigen Langhaus und einem polygonalen Altarraum. Der rippengewölbte Raum hat trotz der geringen Größe von 140 m² eine beeindruckende Wirkung auf den Betrachter. An der Südseite der Kapelle ist asymmetrisch der quadratische Turm zugeordnet. Ganz nach dem Vorbild mecklenburgischer Dorfkirchen ist der rote Backsteinbau mit Putzblenden, Formsteinen und Glasurziegeln geschmückt.

Leider ging die Geschichte nicht gut mit der kleinen Waldkapelle um, am Kriegsende des II. Weltkrieges warf ein englischer Bomber, wahrscheinlich als Notabwurf, zahlreiche Bomben im Wald um die Kapelle ab, so dass diese nicht mehr besucht werden konnte. 1951 wurde die völlig ausgeraubte Kirche wieder zum Gottesdienst geweiht.


Zur Tradition und Substanz des Ostseebades Heiligendamm gehören die Waldkapellen dazu und bezeugen noch heute die Noblesse früherer Gästegenerationen. Heute bemüht sich der Verein zur Förderung der Waldkirchen im Ostseebad Heiligendamm e.V. um die Renovierung und Wiederherstellung der beiden Kapellen. Auf der Homepage http://www.waldkirchen-heiligendamm.de des Vereins finden Sie weitere Informationen zu diesen Bauwerken.

Weitere Informationen:
http://de.wikipedia.org/wiki/Herz-Jesu-Kapelle_(Heiligendamm)
http://www.waldkirchen-heiligendamm.de

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Copyright der Fotos  Bernd Sternal 2011
Copyright des Textes nach Wikipedia und
Verein zur Förderung der Waldkirchen im Ostseebad Heiligendamm e.V.

 
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